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Junge Menschen haben deutlich weniger Schulden als andere Altersgruppen – das zeigen die Ergebnisse der jüngst veröffentlichten Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamtes. Bei den unter 25-Jährigen, die 2024 die Hilfe einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch nahmen, betrugen die durchschnittlichen Verbindlichkeiten 11.269 Euro. Das ist deutlich weniger als bei allen beratenen Personen, die durchschnittlich mit 32.976 Euro verschuldet waren. Auch die Überschuldungsintensität, also das Verhältnis zwischen monatlichem Nettoeinkommen und Verbindlichkeiten, fällt bei jungen Menschen günstiger aus: Sie bräuchten bei Verwendung ihres gesamten monatlichen Nettoeinkommens durchschnittlich knapp ein Jahr (11 Monate) zur Schuldentilgung, alle beratenen Personen im Durchschnitt hingegen ganze 25 Monate.
Die häufigsten Überschuldungsgründe
Die jungen Menschen schneiden im Vergleich mit anderen Altersgruppen zunächst ganz gut ab. Interessant wird es jedoch beim Blick auf die Art der Gläubiger: Junge Menschen sind überdurchschnittlich häufig bei Telekommunikationsunternehmen verschuldet.
Bei den verschuldeten unter 25-Jährigen waren mit 57% mehr als jede zweite Person bei Telekommunikationsunternehmen verschuldet – die durchschnittliche Schuldenhöhe betrug dabei 1.559 Euro (Überschuldungsstatistik 2024, Destatis). Mögliche Faktoren könnten Smartphone-Finanzierungen, langfristige Mobilfunkverträge, unerwartete Zusatzkosten, In-App-Käufe, Abo-Abschlüsse oder Roaming-Gebühren sein. Auch die intensive Nutzung mobiler Technologien durch junge Menschen und möglicherweise noch wenig Erfahrung mit komplexeren Vertragsbedingungen könnten eine Rolle spielen.
Ein Blick auf die häufigsten Überschuldungsgründe aus dem jüngsten iff-Überschuldungsreport unterstreicht diese Problematik: Bei den unter 25-Jährigen steht zwar ebenfalls Arbeitslosigkeit an erster Stelle, jedoch folgen Konsumverhalten und fehlende finanzielle Allgemeinbildung – ganz anders als in der Gesamtbevölkerung, wo nach Arbeitslosigkeit, Krankheit und Einkommensarmut die Hauptgründe darstellen.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Junge Menschen verschulden sich aus anderen Gründen als Erwachsene – Konsumverhalten und mangelnde Finanzkompetenz stehen im Vordergrund. Das ist gleichzeitig eine Chance, denn hier können Lehrkräfte präventiv tätig werden.
Was also können Sie als Lehrkraft tun, um die Konsum- und Kreditkompetenz Ihrer Schülerinnen und Schüler zu stärken?
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Unterrichtseinheit „Kredite und Schulden“: Hier erarbeiten Sie gemeinsam verschiedene Kreditprodukte und deren Chancen und Risiken. Das Lehrmaterial behandelt BNPL-Produkte (Buy Now, Pay Later), Null-Prozent-Finanzierungen, Kreditbürgschaften und Dispokredite.
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Beide Unterrichtsmaterialien stehen Ihnen im PDF- und PowerPoint-Format zum kostenlosen Download zur Verfügung, sodass Sie die Materialien individuell an Ihre Unterrichtsbedürfnisse anpassen können.
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